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Ein Fall für oder von Landschafts-Feng Shui: Disibodenberg – Deutschland?

Klosterruine Disibodenberg - Deutschland

Klosterruine Disibodenberg – Deutschland

Dort, wo sich die Flüsse Nahe und Glan treffen, liegt nahe bei Odernheim in der Umgebung der Kurstadt Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) der Disibodenberg.

Dieser Ort hat eine besondere Anziehungskraft, die schon für die Errichtung einer keltischen Kultstätte und in späterer Zeit einer römischen Tempelanlage sorgte.

St. Disens aus Irland (Hl. Disibod) gründete hier mit 3 Mönchen von England kommend die erste Klostergemeinschaft, deren Bauten danach von Benediktinern übernommen wurden. In der Folgezeit wechselte die Nutzung der Anlage zwischen Kanonikern und Benediktinern. 1106 wurde auf Veranlassung von Jutta von Sponheim und ihrem Bruder Meginhard Graf von Sponheim eine Frauenklause für adelige Mädchen errichtet, in der u.a. die achtjährige Hildegard (später:Hildegard von Bingen, Hl. Hildegard) aufgenommen wurde. Hildegard verbrachte ca. 40 Jahre ihres Klosterlebens auf dem Disibodenberg.

Im Zuge der Brandschatzungen während des 30-jährigen Krieges und durch die spätere Nutzung der Ruinen als Steinbruch durch die Bewohner der Nachbarorte entstand der heutige Rest der Klosteranlage, der aufgrund der erheblichen Gebäudezerstörung die Pracht der ehemaligen Anlage nur erahnen läßt.

Um die Klosterruine, die trotz der erwähnten Phase von Leid und Zerstörung immer noch ein Ort der Ruhe und Einkehr ist, führt ein Meditationsweg herum. Zwölf Stationen mit Texten der Psalmen und dazu passenden Auszügen aus dem Werk der Hl. Hildegard bieten eine Möglichkeit zu Meditation und Gebet. Der Weg endet an der neuen Hildegardiskapelle, mit beeindruckendem Ausblick auf das Tal.

1841 entscheidet der ehemalige private Eigner des Geländes, auf dem Disibodenberg nach englischem Vorbild einen Landschaftspark anlegen zu lassen. Auftragnehmer ist der damals weithin bekannte Gartenarchitekt Johann Metzger (Heidelberger Schlossgarten und Botanischer Garten u.v.a.m.). Metzger sollte mit der Anlage auf dem Disibodenberg ähnlich zur Limburger Klosteranlage in diesem Fall für die Kurgäste der Stadt Bad Kreuznach einen reizvollen Ruhepark als Ausflugsziel schaffen.

Aussichten, schattige Plätze und die Integration der Ruinen standen im Vordergrund der Planung für eine stimmungsvolle Besichtigungsmöglichkeit. Der Kontrast zwischen dem imposanten Mauerwerk des ehemaligen Klosters und der offensichtlichen Vergänglichkeit sollte dabei erhalten bleiben. Das gezielte Einbringen bestimmter Pflanzen zielte auf eine Steigerung der schon vorhandenen Elemente einer romantischen Stimmung ab.

Die Anlage ist bis heute in ihren Grundstrukturen gut erkennbar und wird durch die Scivias-Stiftung mit Fördermitteln des Landesamtes für Denkmalpflege erhalten.

Der Englische Landschaftsgarten entwickelte sich als ein Landschaftspark, dessen Form und Stil im Gegensatz zum französischer Barockgarten die Natur nicht länger in Formen zwang, sondern in ein Gesamtkonzept harmonisch einbezieht. So mancher nach diesen Kriterien neugestaltete Schlosspark besitzt heute nicht nur allgemeinen Erholungswert, sondern dient auch oft als eindrucksvolle Kulisse für Kulturveranstaltungen (siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Christian_Metzger)

Diese Landschaftsgärten sind auch ein Kontrast zur Gartengestaltung der traditionellen chinesischen Kunst, die das menschliche Konzept eines idealen Universums nachbilden, dessen Elemente u.a. künstlich angelegte Seen, Hügel und spezielle Formen von Vegetation und Steine sind.

Feng Shui in seiner Anwendung als chinesische Geomantik richtet Gestaltungselemente in einer Landschaft und zu ihr passend so aus, dass der Glück und Leben fördernde Fluss der Chi Energie unterstützt wird. Der ideale Garten hat hiernach im Norden schützende Berge, im Osten niedrige, nach Süden abfallende Hügel und von Süden bis Westen gerne ein schützendes Gewässer. Da Chi in geschwungenen Formen seinen Weg sucht, haben Gewässer und Wege keine geraden Linien.

Auch wenn der auf dem Disibodenberg zu besichtigende Landschaftspark neben anderen Merkmalen ein künstlich angelegtes Labyrinth aufweist, lässt sich eine Verbindung zur Feng Shui Landschaftsgartengestaltung aufgrund der o.a. konzeptionellen Unterschiede nicht herstellen.

Eine andere Frage, die sich wegen des für viele Landschaftsgestaltungen mit christlichem Hintergrund typischen Konfliktes zwischen Erhabenheit und Vergänglichkeit aufdrängt, ist die nach dem Harmonisierungsbedarf eines Ortes wie dem Disibodenberg.

Da Antworten hierzu sehr stark von menschlichen Bewertungen und Beobachtungen abhängen, möchte ich diese Frage bei der folgenden Schilderung unserer Besichtigung des Ortes noch einmal aufgreifen.
Bei unserem Eintreffen im Spätherbst 2010 zeigte sich das Wetter von der sonnigen Seite, so dass eine gute Be- und Durchleuchtung des bewaldeten Teils des Disibodenbergs gewährleistet war.

Dem Tip eines Einheimischen folgend, entdeckten wir den gut versteckten Nebeneingang am Rande eines Weinbergs und folgten durch buntes Herbstlaub dem Aufstieg zum Anfang des Meditationsweges.
Hier gelangten wir durch anfänglich dichten Nadelholzbewuchs zu den Stationen mit ihren Hinweistafeln.

Weiter ging es um den Berg herum, wo wir oberhalb durch Lücken im herbstlichen Blätterwald die ersten Teile der Ruine erkennen konnten. Eine gespannte Erwartung beschleunigte unseren Schritt und wir nutzten die erstbeste Möglichkeit in Form eines schmalen Pfades, um näher an die Ruine zu gelangen. Der erste Blick in ehemalige Gewölbe eines größeren Gebäuderestes zeigte nur Anzeichen einer restaurierenden bzw. statiksichernden Bautätigkeit (Baugerüste, Stempel zum Abstützen, aber keine Hinweise auf die frühere Nutzung.

So ging es weiter, bis wir zu einer Art Eingang in die Anlage kamen und von dort eine Art Überblick auf den Großteil der Ruine und des Parks. Ein kurzer Scan der Umgebung ergab nur für einen noch höher gelegenen Teil eine energetische Resonanz, die sich einer Deutung zunächst entzog. Ich sagte nur halblaut: „Lass es nicht schon wieder ein Friedhof sein“ und erfuhr erst später, wie richtig ich mit dieser Vermutung gelegen hatte, denn in dem georteten Bereich lag tatsächlich ein Friedhof für Mönche.

In der übrigen Ruine fanden sich Teile aller Arten von Gebäuden unterschiedlichster Größe. Wir konnten uns vorstellen, wie eng teilweise die Verbindungsgänge und -wege zwischen der dichten Bebauung in der Blütezeit des Klosters gewesen sein müssen.

Als wir in einem Bogen zum Mönchsfriedhof gelangten, bemerkte ich eine recht starke Strahlungsquelle im Bereich der Überreste des Altars der früheren Friedhofskapelle. Es war eine ähnliche Strahlung wie ich sie von Kultstätten der Megalithkultur und der Kelten kannte, d.h. es war bestimmt kein Zufall, dass diese natürliche Strahlung genau unter dem Altar der früheren Kapelle nach oben strömte. Vermutlich war seinerzeit dort auch ein wichtiger Teil des keltischen Heiligtums angesiedelt.

Nachdem wir uns dort einige Zeit ausgeruht hatten, gingen wir zunächst auf den Weg zurück, vorbei an einer Pferdekoppel zur neuen Hildegardiskapelle, aus der kurz zuvor ein Chor mit christlichen Liedern zu vernehmen war. Beim Eintreten sahen wir zunächst durch ein kreuzförmiges Fenster nur den Ausblick auf das Tal vor uns, der „Chor“ bestand aus einer freundlich grinsenden Touristengruppe, die offenbar einem Kirchenchor angehörte und hinter uns links und rechts neben dem Eingang Platz genommen hatte.

Wir entflohen trotz des tollen Ausblicks der Enge dieses Ortes und suchten in der Ruinenanlage nach dem Muster eines großen Bodenlabyrinths, das wir im Internet gesehen hatten. Nachdem wir es schließlich gefunden hatte, fanden wir es als stark mit Laub bedeckte Fläche wieder, die zwar ein geometrisches Muster aufwies, eine markante Aura jedoch völlig vermissen ließ.

Erst auf dem Weg an der Außenmauer vorbei zum Eingang zurück fanden wir eine weitere starke Strahlungsquelle, die offenbar natürlichen Ursprungs war. Wenn man sich diesen Ort ohne die Mauerreste vorstellte, lag von der Position in Bezug auf das weite Tal und dem wahrscheinlichen Ort des Sonnenaufgangs her die Vermutung nahe, dass wir hier das zweite wichtige energetische Element der früheren Kultstätte gefunden hatten.

Die Präsenz der relativ häufig anzutreffenden Wanderer und Touristen verhinderte, dass man sich stärker auf die die diversen Schichten des Ortes einstimmen konnte, um feinere Eindrücke zu gewinnen.
Stärker als es die Gegenwart der anderen Besucher vermochte, störten dabei vor allem die geistig-energetischen Spuren der zwiespältigen jüngeren Geschichte des Ortes in den letzten Jahrhunderten und dem recht unvollkommenen Versuch, diesen Ort einerseits durch Gestaltungsmaßnahmen zu heilen und andererseits wiederum als für die Talbewohner weithin sichtbares christliches Machtsymbol auf materiellen und geistigen Ebenen zu etablieren.

Nicht genug, dass man bereits in der frühen christlichen Missionierungsphase das keltische Naturheiligtum durch einen christlichen Taufplatz zu entweihen versucht hatte. Man hatte auch bewußt oder gedankenlos die natürlichen Strahlungsquellen des Ortes entweder einem anderen Zweck zugeführt (->der Altarstein) oder schlicht „platt“ gemacht (->der Eckpfeiler in der Außenmauer).

Anders als die Parkgestaltung hätte die Natur in der gleichen Zeit durch Pflanzen und Erosion bestimmt mehr Heilung für die Ruinenstätte gebracht, indem sie mit Ihrem Potential an Lebenskraft ohne menschliches Einschreiten alles überwuchert hätte.
Jetzt, Wochen später bewirkt die Erinnerung beim Schreiben dieses Beitrags eine gewisse Wehmut und Sehnsucht nach dem ursprünglichen Keltenheiligtum in mir. Auch wenn mir für diesen Ort viele Maßnahmen aus dem Katalog der Feng Shui-Konzepte zur harmonischen Gestaltung des Ortes einfallen, die ich nur zu gerne mit anderen diskutieren und testen würde, zieht mich meine Wahrnehmung auf den unbewussten Ebenen viel stärker in die Richtung der ursprünglichen Natürlichkeit des Disibodenbergs und nicht zu den möglicherweise positiven Ergebnissen weiterer Manipulation.

Unsere Fotosammlung bringt Ihnen einen Teil unserer Eindrücke näher.

Die Anfahrt zum Disibodenberg.
So finden Sie zum Disibodenberg (Anfahrt – bitte auf Link oder auf das Bild der Karte nur dann klicken, wenn Sie mit der Verarbeitung Ihrer Daten durch Google LLC /USA einverstanden sind!!!):
Bitte auf das Bild der Karte klicken für google maps: Anreise zum Disibodenberg

Eine Antwort auf Ein Fall für oder von Landschafts-Feng Shui: Disibodenberg – Deutschland?

  • Ich freue mich immer, wenn andere Kenner der Geomantie zu den gleichen Erkenntnissen kommen wie ich. Sicher befindet sich hier ein altes keltisches Heiligtum mit typisch keltischen, energetischen Schwingungen. Etwas hat die Kraft durch Bautätigkeiten und Nutzungen abgenommen, aber erleuchtende Momente kann man hier bei längerem Verweilen am richtigen Platz noch immer erleben!

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